Was Du jetzt wissen solltest…

Wenn im Dachdeckerhandwerk von den „Fachregeln Abdichtungen“ die Rede ist, geht es um weit mehr als trockene Theorie. Sie definieren den technischen Maßstab dafür, wie Abdichtungen geplant, ausgeführt und im Detail gelöst werden müssen – damit Flachdächer dauerhaft dicht bleiben und Wasser kontrolliert abgeführt wird.

Kurz gesagt:
Die Fachregeln entscheiden darüber, ob ein Dach langfristig funktioniert oder später zum Streitfall wird.

Was die Fachregeln Abdichtungen konkret regeln

Die Fachregeln legen fest, wie typische Schwachstellen fachgerecht gelöst werden – genau dort, wo Flachdächer in der Praxis oft „gewinnen oder verlieren“:

  • Gefälle / Dachneigung
    Welche Mindestneigungen sinnvoll sind, wo Ausnahmen möglich sind und wie mit Pfützenbildung umzugehen ist.
  • Entwässerung
    Anordnung von Abläufen und Notentwässerung – inklusive Wartungsbezug. Denn selbst die beste Entwässerung wird ohne Pflege schnell zur Haftungsfalle.
  • Details und Anschlüsse
    Attiken, Durchdringungen, Ränder sowie Tür- und Fensteranschlüsse – also genau die Punkte, an denen Schäden am häufigsten entstehen.
  • Werkstoffe und Funktionsschichten
    Anforderungen an Bahnen und Flüssigkunststoffe sowie die Logik der Schichtenfolge: Was liegt wo – und warum?

Wichtig für die Einordnung:
Die Flachdachrichtlinie ist eine Fachregel. Sie ersetzt keine DIN-Norm, sondern wird in der Praxis immer im Zusammenspiel mit den Normen betrachtet.

 

Was ist neu bzw. besonders relevant mit den Fachregeln Stand 01/2026?

1️⃣ Barrierefreie Übergänge sind jetzt der Regelfall

Barrierefreie Anschlüsse gelten nicht mehr als Sonderlösung. Die Richtlinie wurde erweitert und stellt diese Details klar in den Fokus – inklusive Gefälle, Entwässerung sowie Tür- und Fensteranschlüssen.

2️⃣ Gefälle wird auch vertraglich sauberer betrachtet

Neben geplantem und ausgeführtem Gefälle spielt nun auch das vertraglich vereinbarte Gefälle eine größere Rolle.
Heißt in der Praxis:
Wenn nichts eindeutig geregelt und dokumentiert ist, entstehen schneller Diskussionen – vor allem bei stehenden Wasserflächen.

3️⃣ Aktualisierte Anforderungen an Abdichtungsstoffe

Einzelne Anforderungen wurden an die Marktentwicklung angepasst, insbesondere bei Kunststoff- und Elastomerbahnen.

4️⃣ Bessere Struktur, bessere Anwendung

Klarere Gliederung, farbige Zeichnungen und praxisnahe Ergänzungen machen es deutlich leichter, die richtige Stelle schnell zu finden – ein echter Vorteil im Planungs- und Baustellenalltag.

 

Was die Fachregeln für Deine Praxis bedeuten

  • Details früh klären – insbesondere bei Türen, Fenstern, Schwellen und dem Entwässerungskonzept. Spätere „kreative Lösungen“ werden meist teuer.
  • Gefälle und Ebenheit messbar und dokumentierbar festlegen – und vertraglich eindeutig regeln, was geschuldet ist.
  • Wartung und Inspektion mitdenken – viele Schäden entstehen nicht nur durch Ausführung, sondern durch fehlende Pflege. Und genau das wird zunehmend haftungsrelevant.

Fazit:
Die Fachregeln Abdichtungen 01/2026 bringen weniger Interpretationsspielraum – und damit mehr Klarheit. Wer sie sauber anwendet, reduziert Risiken bei Abnahme, Nutzung und Gewährleistung erheblich.