Ein Wasserschaden, ein Brandschaden oder ein Haftpflichtfall kommt selten gelegen – und fast nie ist sofort klar, was wirklich versichert ist und was nicht.
Genau hier entstehen die meisten Konflikte bei Versicherungsschäden: unklare Ursachen, strittige Schadenhöhen, Abzüge wegen Vorschäden oder Zeitwerten.

Wenn Du auf der sicheren Seite stehen willst, brauchst Du eine technisch saubere Schadenbewertung – nachvollziehbar, dokumentiert und verständlich. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Versicherungsschäden richtig bewerten – warum Technik entscheidend ist

Bei Versicherungsschäden zählt nicht nur, dass ein Schaden vorliegt, sondern warum er entstanden ist und wie er fachlich korrekt behoben werden muss.
Als Sachverständiger erfolgt die Prüfung nicht juristisch, sondern technisch und regulierungsnah – als Grundlage für eine faire und belastbare Regulierung.

Dabei werden Schäden sauber abgegrenzt:

In echter Versicherungsschaden

In Vorschäden oder Instandhaltungsrückstau

In alters- oder verschleißbedingte Anteile

Nur so lassen sich unnötige Kürzungen oder unberechtigte Forderungen vermeiden.

Versicherungsschäden am Gebäude – Wohn- und Gewerbeimmobilien

Schadensaufnahme & Ursachenklärung

Am Anfang steht immer die Schadensaufnahme vor Ort. Dazu gehören:

Fotodokumentation
Messungen (z. B. Feuchte, Bauteilzustände)
Plausibilitätsprüfung des Schadenbildes

Anschließend erfolgt die Ursachenermittlung, z. B. bei:

Leitungswasserschäden
Sturm- und Hagelschäden
Elementarschäden
Brand-, Rauch- und Rußschäden
Feuchte- und Folgeschäden

Schadenabgrenzung & Sanierungskonzept

Ein zentraler Punkt bei Versicherungsschäden ist die klare Abgrenzung:

Schaden vs. Vorschaden
Schaden vs. Wartungs- oder Instandhaltungsrückstau

Darauf aufbauend werden technisch sinnvolle Reparaturwege entwickelt:

Sanierungsvorschläge
Prioritäten
Risiken und Folgeschäden

Schadenhöhe & Kommunikation mit der Versicherung

Die Kostenermittlung erfolgt nachvollziehbar und marktüblich gegliedert.
Zusätzlich unterstützt der Sachverständige bei der technischen Kommunikation mit:

Versicherern
Regulierern
Handwerksbetrieben

Nach Abschluss der Arbeiten folgt die Nachkontrolle bzw. Abnahme, um Qualität, Vollständigkeit und mögliche Restmängel zu prüfen.

Versicherungsschäden am Hausrat – wenn Inventar betroffen ist

Nicht nur Gebäude, auch Hausrat und persönliche Gegenstände stehen bei Versicherungsschäden häufig im Fokus.

Was wird geprüft?

Erstellung einer Schadeninventur mit Fotos

Plausibilitätsprüfung von Umfang und Schadenbild

Bewertung: Reinigung, Reparatur oder Ersatz?

Unterstützung bei Nachweisen (Belege, Alter, Abnutzung – realistisch eingeordnet)

Das Ergebnis ist eine klare technische Stellungnahme, die für die Regulierung verständlich und belastbar ist.

Haftpflichtschäden – Sachschäden & Folgeschäden richtig einordnen

Bei Haftpflichtschäden ist die Abgrenzung besonders sensibel. Hier wird geprüft:

  1. Passt der Schaden zum geschilderten Hergang?
  2. Gibt es Mitursachen oder Vorschäden?
  3. Welche Maßnahmen sind wirklich erforderlich?
  4. Sind Angebote und Rechnungen technisch sinnvoll und angemessen?

Am Ende steht eine gutachterliche Stellungnahme, die Schadenhöhe und Kausalität fachlich begründet.

Zeitwert & „Abzug neu für alt“ – verständlich erklärt

Gerade im Haftpflichtschaden ist nicht der Neuwert, sondern oft der Zeitwert entscheidend.

Was fließt in die Zeitwertberechnung ein?

  • Neuwert / Wiederbeschaffungswert

  • Alter und typische Nutzungsdauer

  • Erhaltungszustand

  • Restnutzungsdauer

  • ggf. Restwert

Übliche Berechnungslogik

Häufig wird linear gerechnet:

Zeitwert ≈ Neuwert × (Restnutzungsdauer / Gesamtnutzungsdauer)

Alternativ erfolgt ein prozentualer Abzug „neu für alt“, wenn durch den Ersatz eine Wertverbesserung entsteht.

Ergebnis für die Regulierung

transparente Herleitung

klare Trennung zwischen Schadenbeseitigung und Wertverbesserung

belastbare Argumentationsgrundlage bei Kürzungen oder Gegenforderungen

Prüfung versicherungstechnischer Ansprüche – was wirklich zählt

Der Sachverständige prüft technisch, nicht juristisch:

Passt Schadenbild zur gemeldeten Gefahr?

Was ist schadenbedingt – was nicht?

Sind Mengen, Leistungen und Kosten plausibel?

Sind Folgeschäden technisch kausal und vermeidbar gewesen?

Das Ergebnis sind klare, strukturierte Unterlagen mit Fotos, Messwerten, Begründungen und konkreten To-dos.

Fazit:
Ein Versicherungsschaden kommt meist unerwartet – und oft in einem Moment, in dem ohnehin schon genug los ist. Verunsicherung, offene Fragen und die Sorge, etwas falsch zu machen, sind völlig normal. Genau hier musst Du nicht alleine durch. Als Sachverständiger kenne ich die Abläufe, Voraussetzungen und Denkweisen der Regulierung genau. Ich weiß, worauf Versicherer achten, welche Nachweise wirklich entscheidend sind und wie Schäden technisch sauber eingeordnet werden. Das nimmt Druck aus der Situation. Aus dem ersten Schock wird Schritt für Schritt wieder Übersicht – und aus Anspannung ein tiefes Durchatmen. Du weißt: Der Schaden wird fachlich begleitet, nachvollziehbar bewertet und klar kommuniziert. Und genau das schafft Ruhe, Struktur und Sicherheit in einer Ausnahmesituation.